Junge Menschen begegnen dem Alter
Das Projekt „Langes Leben“ unter der Leitung von Gottfried Mair verfolgt das Ziel, ein Modell für gesundes und sinnerfülltes Altern zu entwickeln. Inspiriert von den „Blauen Zonen“ – jenen Regionen der Welt, in denen Menschen besonders lange und glücklich leben – verbindet das Projekt wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Impulsen für den Alltag älterer Menschen.
Die Schüler:innen der 5. Klassen der IT-HAK Imst bringen sich dabei aktiv ein: Im Rahmen des IMCM-Unterrichts bei Frau Prof. Wegscheider und Herrn Prof. Riml erstellen sie mit Personen aus unterschiedlichen Lebens- und Berufsfeldern Videosequenzen mit Alltagstipps für Menschen über 60 zu den Themen: Gedächtnis & Konzentration, Achtsamkeit & Wohlbefinden, Kinesiologie & Bewegung sowie Mobilität im Alltag.
Mit viel Engagement und technischem Know-how übernehmen die Jugendlichen die gesamte Medienproduktion – von der Aufnahme über den Schnitt bis hin zur Vertonung. Die fertigen Videos zeigen nicht nur die Übungen, sondern auch die Freude und Motivation der Mitwirkenden und machen die Inhalte lebendig und zugänglich.
Die Beiträge werden über QR-Codes verlinkt, die nicht nur im Projekt-Handbuch zu finden sind, sondern auch in den Regionen selbst platziert werden – etwa auf Parkbänken, bei Spazierwegen oder an Treffpunkten für Seniorinnen und Senioren. So wird das Projekt sichtbar und erlebbar im öffentlichen Raum und lädt Menschen direkt dazu ein, aktiv zu werden.
Doch das Projekt berührt die Jugendlichen weit über die technische Umsetzung hinaus. Während der Dreharbeiten wird spürbar, wie sehr sie die Lebensrealitäten der älteren Generation bewegen. Die Gespräche, die Gesten, die stillen Momente – all das hinterlässt Eindruck. Man spürt, dass die Schüler:innen nicht nur beobachten, sondern sich auch selbst fragen: Wie wird es bei mir mal aussehen, wenn ich dieses Alter erreicht habe?
Diese Form der Auseinandersetzung mit dem Thema Altern – ehrlich, nahbar und emotional – entsteht nicht im herkömmlichen Unterricht. Sie ist das Ergebnis echter Begegnung, praktischer Arbeit und gelebter Menschlichkeit.
Ein weiterer wertvoller Beitrag der Jugendlichen: Sie helfen beim Aufbau der Website, pflegen Inhalte ein und sorgen dafür, dass die digitalen Materialien professionell und benutzerfreundlich präsentiert werden.
Das Projekt „Langes Leben“ wird zu einem Lernfeld, das weit über den Lehrplan hinausgeht. Es öffnet Räume für Reflexion, für Mitgefühl und für die Frage, wie wir selbst einmal leben möchten. Eine Erfahrung, die bleibt.
(WEKA)