Mauthausen und Schloss Hartheim

Exkursion der 5. Klassen

Unsere Exkursion begann mit einem bewegenden Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Schon beim Betreten des Geländes spürten wir trotz des warmen Wetters die kalte und bedrückende Atmosphäre dieses Ortes, an dem unzählige Menschen unvorstellbares Leid erfahren mussten. Besonders betroffen machte uns ein Beschwerdeschreiben einer angrenzenden Landwirtin:

Im Konzentrationslager Mauthausen, werden auf der Arbeitsstätte in Wienergraben, wiederholt Häftlinge erschossen, von denen die schlecht getroffenen, noch längere Zeit leben und so neben den Toten, Stunden und sogar Halbtage lang liegen bleiben. Mein

Anwesen liegt auf einer Anhöhe nächst dem Wienergraben und ist man oft ungewollt Zeuge von solchen Untaten. Ich bin ohnehin kränklich und solches Ansehen

nimmt meine Nerven derart in Anspruch, daß ich dies nicht auf die Dauer ertragen kann.

Ich bitte um Veranlassung, daß solche unmenschliche Handlungen unterbleiben, bzw. dort gemacht werden, wo man es nicht sieht.“ (https://www.mauthausen-memorial.org).

 

Am nächsten Tag führte uns unsere Reise nach Schloss Hartheim. Dort erfuhren wir, dass dieser Ort Teil des nationalsozialistischen „Euthanasieprogramms“ war, in dem Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen systematisch ermordet wurden. Besonders beeindruckt hat uns die Geschichte der Nachbarn Leopold Hilgarth und Ignaz Schumann. Sie zeigten in einer Zeit der Angst und Unterdrückung Zivilcourage, indem sie offen gegen das Unrecht Stellung bezogen.

 

Gerade heute, wo Ausgrenzung und Intoleranz in unserer Gesellschaft immer noch präsent sind, wird deutlich, wie notwendig Zivilcourage auch für uns ist. Das Handeln von Hilgarth und Schumann zeigt uns, dass jeder Einzelne Verantwortung übernehmen kann – und muss. Die Exkursion war für uns nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft: das Erinnern wachzuhalten und uns für Menschlichkeit, Respekt und Solidarität einzusetzen.

 

Abschließend bedanken wir uns herzlich beim Elternverein der HAK-Imst für die finanzielle Unterstützung.

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