Beiträge - Leben in Zeiten von Corona

Liebe Schüler/innen, Lehrer/innen und Interessierte!

Diese Rubrik will Eindrücke und Erfahrungen über das Leben in Zeiten von Corona (in Quarantäne/Isolation, mit Distance-Learning uvm.) widerspiegeln. Wie geht es EUCH? Teilt eure Gedanken mit uns! (e.gruenauer@tsn.at oder s.schwarz-dum@tsn.at)

together we are stronger - ein "Corona"-Video

Bilder aus der Krise - fotografiert von Elias Holzknecht (ehem. Schüler)
Wie geht's Österricht?

Nathalie Posch - ehemalige Schülerin - empfiehlt folgenden Blog der Uni Wien (Fakultät für Sozialwissenschaften):

https://viecer.univie.ac.at/coronapanel/corona-blog/

Behind the Scenes - Autorin: Sigrid Ganglberger, 3 SK

The article which I got my inspiration from, was about a doctor who killed herself, because she was on the front line dealing with all the corona virus patients. She saw many people dying, but in my story I chose not to mention her name. The New York Times article also emphasized the fact that more and more doctors in the U.S. are having psychological problems due to all the stress they are being exposed to. That’s the reason I only wrote „She“, because I wanted the reader not to focus on one particular person. Also the New York Times doesn't know how the doctor committed suicide, because the family wanted to keep it private.

Article: Top E.R. Doctor Who Treated Virus Patients Dies by Suicide

There she was. Sitting in her apartment on a wonderful Sunday afternoon and feeling anything than wonderful. She didn’t know when it started or when she started to feel that way. She had always gone out with friends, done sports, even salsa dancing. As a religious Christian that she was, she volunteered at a home for elderly people once a week. Now, sitting on the edge of her bathtub in her apartment, she puzzled about how she had become that shell of a person.

In her hand were tiny pills filled in an orange, cylindrical container. Counting the pills, she thought of all the dead people in the hospital. Every one of them had a story, maybe even a family which they loved with all their might. She couldn’t get all these images out of her head. Never had she thought about such a scenario, where people would just die in front of her. She took two pills out of the bottle and put them into her mouth. This was daily routine for her; she couldn’t sleep without this medicine.

While she was washing them down with water, she thought about all the misery, anger and sorrow all these people must’ve gone through. The visions would just not go out of her head. The man with the two daughters, who had been working for sixteen hours a day to finance their education. Dead. The older woman praying on her death bed, being relieved to see her passed husband soon. Dead. She closed her eyes and tried to make these thoughts disappear, tried to forget all of the horrible things she had seen. She was tired of constantly pondering about dead people and with that thought she held the container to her mouth and poured the whole content down her throat. Dead.

Wie geht's den Tieren? - Autor: anonym

Haben Tiere auch Gefühle? Können sie auch so denken wie wir?

Diese Fragen sind mir heute beim Erledigen meiner Hausübung eingefallen. Komisch?

Wir haben alle Informationen über die derzeitigen Geschehnisse rund um den Globus. Aber wie bekommen die Tiere diese außergewöhnliche Zeit mit? Wie kann es passieren, dass sich Delfine wieder in die Kanäle von Venedig trauen? Sie müssen ja eine Veränderung spüren, sonst würden sie ja nicht kommen. Die meisten Menschen sehen nur das Oberflächliche, wie sich zum Beispiel in Venedig das schmutzige Wasser wieder „erholt“. Selten macht sich jemand Gedanken über das Wirkliche. Aber was empfinden wohl die Tiere, wenn sie nach so vielen Jahren wieder in den Kanälen schwimmen können? Sie müssen ja etwas fühlen oder spüren, um zu wissen, dass man wieder frei schwimmen kann, frei sein kann.

Es wird nämlich nicht nur um uns ruhig, auch für die Tiere auf der ganzen Welt ist sicherlich eine Veränderung spürbar. Ich spüre es selbst an meinem Nachbarshund. In letzter Zeit besucht er meine Familie und mich öfters. Kann er spüren, dass wir meist allein waren und wir keinen Kontakt mit einem anderen Familienmitglied hatten? Wusste er, dass wir uns einsam fühlten? Warum hatte er das Bedürfnis, öfters vorbeizuschauen? Einen Grund muss es ja dafür geben. Etwas muss er ja ganz tief in sich fühlen.

Quarantäne Tag 59 - Autor: Nikolaus Wolf 2ITA

Nachdem ich seit 59 Tagen allein mit meiner Familie eingesperrt bin, wohnen inzwischen auch andere Menschen bei uns im Haus, die scheinbar nur ich sehen kann. Sie erinnern mich mit ihrer Persönlichkeit erstaunlich an meine Freunde aus der Schule. Ihre Namen sind Gunther und Gernot. Beide in meinem Alter. Obwohl es zugegebenermaßen ziemlich erschreckend und seltsam ist, finde ich immer mehr Gefallen an meiner neuen Gesellschaft. Sind das etwa die Kollateralschäden, von denen jeder spricht? Naja, immerhin bin ich nicht mehr allein.

Zugegebenermaßen bringen mich die beiden nicht gerade auf produktive Gedanken. Die termingerechte Erledigung meiner Homeschooling Aktivitäten steht auf unserer Prioritätenliste nicht gerade auf Stufe eins. Das wiederum führt auf problematische Art und Weise dazu, dass meine Eltern einen sehr regen WhatsApp und E-Mail-Verkehr mit meinen Lehrpersonen führen. Der Vorteil der imaginären Freunde ist, dass es, wenn nur noch eine Milchschnitte da ist, sie immer mir gehört. Das Leben in der Selbstisolation ist viel nervenaufreibender, als ich es mir je vorgestellt habe. Zu allem Überfluss haben meine Eltern gedacht, es wäre eine gute Idee, die Zeit, die ich vor dem Bildschirm verbringe, zu reglementieren. Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich die Schule so vermisst wie in dieser Zeit.

Die Inhalte haben nichts mit dem realen Leben zu tun und sind rein erfunden.

Eyes can talk! Autorin: Susi Donnemiller, 1SK

Zu Zeiten von Corona sieht man überall nur Masken. Für jeden ist nun ein Mundschutz selbstverständlich und es ist plötzlich ganz normal, sich zu „vermummen“.  Noch nie fiel es mir auf, aber jetzt…

- Die Augen. Nicht umsonst werden sie als Schlüssel zur Seele bezeichnet. Wenn man einem unbekannten Menschen begegnet, sieht man normalerweise nur das Äußere und weiß nicht, was in seinem Inneren vorgeht. Man hat absolut keine Ahnung von der Person, die vor einem steht. Aber wenn man einmal genauer hinsieht, diesem Menschen ganz tief in die Augen sieht, weißt du plötzlich alles. Nichts was das Leben dieser Person betrifft, nichts was die Vergangenheit oder Zukunft dieses Menschen betrifft. Du siehst die tiefsten Gefühle dieser Person… Du siehst, ob sie innerlich lacht oder weint. Ob ihre Seele sich freut oder schreit. Du siehst, ob die Person glücklich und zufrieden oder einfach nur müde und am Ende ist. Die tiefgründigsten Gespräche führt man mit den Augen, es müssen keine Worte fallen und trotzdem versteht man sich. Egal, welche Augenfarbe, egal welche Form oder welcher Mensch. Augen lügen nie.

Ein Corona Gespräch - Autor: Noah Neururer (IT-HAK - Abschluss 2018)

Ein leichter Wind weht durch das schon viel zu lang gewachsene Haar eines jungen Herren, welcher nur darauf wartet, dass der Friseurbetrieb seines Vertrauens die Tore wieder öffnen darf. Im Gedanken versunken, wie lange ein stets gepflegter und auf sein Äußeres bedachter Mann noch ohne Haarschnitt verweilen kann, bevor er nicht doch zum Rasierer greifen muss und einen Zwei-Millimeter-Corona-Quarantäne-Buzz-Cut sich zu eigen machen werde, lässt sich der junge Herr von der Mittagssonne etwas erschlagen langsam auf eine Parkbank fallen. Die Augen geschlossen, Schweiß unter seiner Mund-Nasen-Bedeckung, Vogelgezwitscher in den Ohren und fast das gesamte Chaos vergessen.

„Waren’s noch einkaufen?“

Etwas erstaunt angesprochen zu werden, öffnet er seine Augen und sieht eine Dame auf der gegenüberliegenden Bank. Würde kein Mund-Nasen-Schutz ihr Gesicht bedecken, wäre der junge Herr Zeuge ihres breiten und lieben Lächelns. Der Abstand beträgt bestimmt drei Meter. Ohne genau gemessen zu haben, bin ich mir sicher, dass hierbei der Abstand von einem Babyelefanten eingehalten wurde. Der junge Herr widmet einen kurzen Blick seiner neben sich stehenden und vollbepackten Tasche. Etwas irritiert, ob sich diese Dame tatsächlich eine Antwort auf diese offensichtliche Situation erwartet, antwortet er nach einigen Sekunden Gedenkzeit zögerlich.

„Ja?“

„Das sind Zeiten.. nicht wahr?..“

Nur einige Minuten die Sonnenstrahlen und die frische Luft genießen wollend, zweifelt der junge Herr, ob er nun tatsächlich in ein Smalltalk-Gespräch einsteigen sollte. Obwohl sich dieses Thema seit Wochen in jedes Gespräch integriert und einem dieses Corona nicht einmal für einen kurzen gedanklichen Exkurs im Park in Ruhe lässt, kommt der junge Herr zu dem Entschluss, dass es ihm sicherlich nicht Schaden wird abseits von FaceTime, Zoom und Co. ein herkömmliches Gespräch aufzunehmen.

„Da haben’s wohl Recht..“

„Wissen’s.. ich glaub, dass wir alle in diesem ganzen Sumpf voller Horror-Nachrichten hin und wieder die positive Seite aus den Augen..“

Überrascht, mit aufgerissenen Augen und einer etwas aggressiven Laune entgegnet der junge Herr in einem lauten und leicht aufgebrachten Tonfall.

„positiv? .. bei allem Respekt meine Liebe.. Menschen erkranken, Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage, Menschen verzweifeln vor lauter Unsicherheit und Ungewissheit, Menschen haben Angst vor dem Virus und vor dem was noch kommen wird, Grenzen sind geschlossen, Reisen de facto nicht möglich, eingesperrt sind wir.. und wenn Sie mir jetzt daherkommen mit – lassen‘s uns doch die positiven Seiten sehen – dann würd ich gern wissen wo Sie die letzten Wochen verbracht haben..“

Der junge Herr schüttelt den Kopf. Sein schnittloses und schon zu lang gewordenes Haar fällt ihm ins Gesicht. Er greift nach seiner Tasche und in dem Moment als er aufstehen und gehen wollte, hört er die Dame.

„Man würd meinen Sie reden vom Ende der Welt.. und genau dieser Pessimismus bringt kein Licht ins Dunkel. Ich versteh Sie und wissen’s.. Sie brauchen sich sicher nicht der Situation zu erfreuen.. aber zumindest überlegen, was man aus der Situation machen kann.. wenn jeder in gesamtheitliches Selbstmitleid verfallen würd wie Sie, dann gäbe es nicht ein so hohes Solidaritätsaufkommen, wie die letzten Wochen gezeigt haben.. keiner würd sich der Gefahr aussetzten, wenn nicht der Wille zum gemeinschaftlichen Bezwingen der Krise größer wäre.. und wenn Sie nicht Möglichkeit und Mittel haben, um der Allgemeinheit zu helfen.. nützen Sie doch die Zeit für sich.. verwöhnen Sie sich.. genießen Sie die Zeit in der Familie.. ich bin davon überzeugt, dass diese Krise uns vom quantitativen Größenwahnsinn abbringen soll.. jeder will immer mehr, schneller und besser sein.. für nichts und niemanden hat man Zeit und die Beschwerden sind groß.. aber auf die Menge soll es im Leben doch gar nicht ankommen, sondern mehr auf genießbare Zeit, die man mit den Liebsten um sich, oder Beschäftigungen die einem Freude bereiten, verbringt.. und wenn wir zusammenhelfen, brauchen wir keine Angst zu haben und können trotzdem jedem diese schöne Zeit ermöglichen.. Entschuldigen‘s meine Ausdrucksweise.. aber pfeifen wir doch einmal ein paar Wochen auf den Stress und den egoistischen Einzelkampf, der tatsächlich niemanden besser macht als andere.. für dieses so im menschlichen Dasein verankerte Handeln wird nach Corona noch genug Zeit vorhanden sein.. schauen wir, dass wir am Ende des Tage zusammengeholfen haben und sich das Aufstehen in der Früh für einen selbst und vielleicht auch für andere gelohnt hat.. und dass diese Zeit bereits vielen die Augen geöffnet hat, darf ich durchaus als positive Seite ansehen..“

Etwas eingeschüchtert starrt der junge Herr die Dame an. Nicht alles erscheint ihm auf den ersten Blick als so einfach, womöglich muss er nochmals über diesen Denkzettel nachdenken, um vollständig zu verstehen, wie Zusammenhalt und qualitätsvoll genutzte Zeit am Ende des Tages einen jeden erfüllen können. So sehr von negativen Zahlen, schlimmen Nachrichten und Bildern eingenommen, hat der junge Herr komplett aus den Augen verloren, wie sehr ihm die vorübergehende zusätzliche Freizeit ermöglicht hat Freude bereitende Beschäftigungen im Kreis seiner Familie nachzugehen. 

„Ich hoffe, dass Sie von - immer nur negativ - auf - vielleicht manchmal positiv - umsteigen können.. Was wir nicht schon alles gemeinsam geschafft haben!..“

Die Dame zwinkert dem jungen Herrn zu, fühlt sich genug ausgeruht und steht langsam auf. Mittlerweile ist dem jungen Herrn das Erstaunen tatsächlich ins Gesicht geschrieben. Vielleicht bringt diese Zeit tatsächlich die Menschen vom zahlenmäßigen Größenwahnsinn auf einen neuen Pfad. Während sich die Dame bereits einige Meter von der gegenüberliegenden Bank entfernt hat, kommt eine junge Mutter mit Kinderwaagen heranspaziert. Sie setzt sich und bevor sie die Feststellbremse des Kinderwagens betätigen konnte, hört sie die Stimme des jungen Herren.   

„Das sind Zeiten.. nicht wahr?..“

„Da haben’s wohl Recht..“

„Wissen’s.. ich glaub, dass wir alle in diesem ganzen Sumpf voller Horror-Nachrichten hin und wieder die…….“

„From a Distance“: Lernen auf Abstand von Samira Schlatter (2as) Praktikantin der Rundschau Imst

 

Die Verfasserin des Beitrags ist  Schülerin der Handelsschule und absolviert derzeit ein Praktikum bei der RUNDSCHAU Imst.

https://www.rundschau.at/imst/chronik/from-a-distance-lernen-auf-abstand

 

Corona, Corona, Corona! Autorin: Laura Larcher, 1as

CORONA; CORONA; CORONA ich kann´s nicht mehr hören, aber es ist klar, dass es nicht nur die Wirtschaft betrifft, sondern auch unsere Gesellschaft. Deshalb freut es mich umso mehr, wie wir in diesen schwierigen Zeiten zusammenhalten und unserer Kreativität freien Lauf lassen. Man ist getrennt von seinen geliebten Mitmenschen, aber doch im Herzen zusammen. Letztens war ich in der Kirche in Roppen und spürte die Solidarität und die Herzlichkeit der Menschen. Als ich die Kirche betrat, fühlte ich mich geborgen und nicht mehr einsam. Diese Pandemie schwächt zwar unsere Wirtschaft, aber dafür stärkt sie unsere Gesellschaft.

Im falschen Film - Autor: "anonym"

Will nicht in die Zukunft blicken und am liebsten die Gegenwart verdrängen. Ich lebe nur noch von Erlebnissen und Erinnerungen. Suche nach schönen Momenten und finde mich in den Gedanken, die ich längst verdrängt hatte. Eine unendliche Reise, ohne Ziel. Mit dem “schönen” Nebeneffekt, in jeder Stadt eine alte Bekanntschaft zu treffen. Dich selbst...

Ständig begleitet von der Musik, die dich am Leben hält, die Gedanken, Gefühle und Erinnerungen an Menschen mit sich bringt. Die zerknitterten Plakate, die an den morschen Straßenlaternen kleben, sind Fotos. Fotos, aus denen dein Unterbewusstsein ein Video erstellt. Ein Video? Wohl eher einen Film, und du mitten drin. Als Hauptdarsteller. Es ist eine reine Notalgie. Du fragst dich, warum sich immer nur dasselbe Video abspielt. Der Teil des Filmes, den man am liebsten herausschneiden würde, läuft in Dauerschleife. Ein Abschnitt aus deinem Leben, den du schon längst verdrängt hast, brennt sich in dein Hirn ein.

Es schmerzt und hinterlässt eine riesige Narbe, aber zugleich macht es dich stark und lehrt dich einiges über dich selbst. Nun lächelst du. Verlässt die Stadt und führst deine unendliche Reise weiter. Bis in die nächste Stadt, in der du abgenützte Plakate an den morschen Straßenlaternen vor findest...

Schüler/in einer 1. Klasse, der/die gerne anonym bleiben möchte

Homeoffice, Distance-Learning oder Home-Schooling. Das sind die Begriffe, die für die derzeitige Situation von allen verwendet werden. Aber wie geht es uns dabei?

Ich bin 15 Jahre alt und besuche eine 1. Klasse der HAK-Imst. An einem normalen Schultag stehe ich sehr früh auf, frühstücke und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Um ca. 7:15 Uhr bin ich dann in der Schule. Nach der letzten Schulstunde brauche ich manchmal 1,5 und 2 Stunden mit den Öffis bis ich zu Hause bin. Anschließend erledige ich meine Hausaufgaben. 2-mal in der Woche komme ich erst um 18:00 Uhr heim, da bleibt keine Zeit, um noch zu lernen, deshalb muss ich an den restlichen Tagen Vollgas geben. An manchen Tagen kann es auch 22:00 Uhr sein bis ich mit allen Aufgaben fertig bin.

Fazit: Es bleibt sehr wenig Zeit für Sport oder andere Hobbys.

Jetzt, in der Corona-Zeit, ist es ein bisschen anders. Ich stehe zwar weiterhin eher früh auf, allerdings beginne ich entweder sofort mit den Schulaufgaben oder mache Sport. Das "Homeoffice" bringt für mich den Vorteil, dass ich die vielen Stunden, die ich sonst für den Schulweg benötige, für das Ausarbeiten der Arbeitsaufträge zur Verfügung habe. In dieser Zeit finde ich Zeit, Spiele zu spielen, Musik zu machen und Sport zu betreiben.

Fazit: Ich habe Zeit für Hobbys.

Allerdings muss ich derzeit meinen Geschwistern helfen, denn in den Volks- und Neuen Mittelschulen ist diese Zeit nicht ganz so einfach. Meine Geschwister bekommen ihre Aufträge per E-Mail. Da allerdings nicht jeder einen eigenen Laptop hat, ist es oft nicht einfach, dass beide immer rechtzeitig ihre Infos kommen. Zudem können die Lehrer den Kindern in diesem Alter nicht so einfach weiterhelfen.

Für mich ist es kein Problem zu Hause zu lernen. Daher ist diese Zeit aus diesem Blickwinkel betrachtet eine Abwechslung, wenn auch der Grund dafür nicht schön ist.

Bekannte und Mitschüler/innen verlieren geliebte Menschen und können ihnen nicht einmal die letzte Ehre erweisen. Das ist eine große Belastung. Zudem wird Ischgl (oder das Paznauntal) fälschlicherweise für die Pandemie verantwortlich gemacht, was in meinen Augen eine Frechheit ist. Die Ärzte dort werden beschuldigt, den Virus nicht erkannt zu haben, obwohl damals noch nicht einmal klar war, welche Symptome der Virus überhaupt hervorruft. Köche und Barkeeper werden beschimpft und alle werden in einen Topf geworfen.

Derzeit spricht man davon, die Schulen Mitte Mai wieder zu öffnen, allerdings weiß keiner, wie sich die Lage dadurch verändert. Wenn man solche Angst vor diesem Virus hat, wäre es doch sinnvoller, erst einmal ein paar Schulen zu öffnen und zu beobachten, wie sich die Lage verändert.

Ein sinnvolles System wäre:
Mitte Mai öffnen die Volksschulen, denn hier ist es am schwierigsten über die Ferne zu unterrichten. Dann werden erst einmal die Folgen beobachtet, welche frühestens nach 14 Tagen erkennbar sind. Wenn alles gut läuft, werden die Mittelschulen geöffnet und man beobachtet wiederum die Folgen, falls nötig, muss man die Volksschulen wieder schließen. Wenn mit den Mittelschulen auch alles gut läuft, kann man auch die restlichen Schulen wieder öffnen, denn dann sollte keine Gefahr mehr von dieser Seite aus drohen.

Abschießend stelle ich mir die Frage, ob diese Art des "Fernunterrichts" in den Höheren Schulen nicht ganzjährig ermöglicht werden könnte und nur die Schüler/innen, die die Hilfe der Lehrperson benötigen, in die Schule müssen. Für Tests und Schularbeiten soll es selbstverständlich Anwesenheitspflicht geben. Der große Vorteil wäre, man müsste, wenn man krank ist, nicht ewig durch die Weltgeschichte telefonieren, um zu erfahren, was gemacht wurde und die Schüler/innen, die einen sehr weiten Schulweg haben, könnten die dadurch verlorene Zeit sinnvoll nutzen.

Michelle, 1 SK

i woas, zurzeit isch es nit oafoch, isch es fir koan. Ober schon mol driber nochgedocht, was es Positives hat? Na? Oke, denk mal, mir sein alle in Quarantäne mit unserer Familie, aber abgeschieden von unseren Freunden, also fehlt was. Es fehlt der Teil, wo man feiern geht, Freunde trifft und shoppen geht, also der Luxus, der für uns vor der Zeit normal war.

Für mi hat die Zeit was Positives, I hab über coole Reiseziele nachgedacht und was i in meiner Zukunft erreichen will und warum alles so kemmen isch. Für mi hab i gelernt, dass man es schätzen sollte, shoppen zu gehen oder Freunde treffen zu können und i vermiss es auch sehr und i merk, wie gut es mir haben. I freu mi drauf, meine Freunde wieder in den Arm zu schließen und wieder crazy mit ihnen zu sein, wenn i mit ihnen telefoniere, wert der Abschied immer schwieriger, aber positiv bleiben! DANKE an Corona -  i kann mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, neue Rezepte ausprobieren und man merkt, dass es außer Handy no so viel zum Entdecken gibt. Aber i hab Angst, dass  die Quarantäne nit viel gebracht hat, wenn jetzt alle in die Geschäfte stürmen ohne Maske und Sicherheitsabstand. Gott, denken diea wirklich, es isch vorbei? Nur, weil man wieder raus kann, isch es no lang nit überstanden! Na, Menschen denken nit nach, wenn sie die Maßnahmen nit einhalten, was sie damit anrichten.

I befürcht, dass durch diese Lockerung die Zahlen wieder steigen und davor hab i Angst. I hock brav darhoam, mach meine Schulsache, kämpf gegen mein eigenen Schweinehund, um mi nit mit Freunden zu treffen, während andere sich beim Einkaufen nit an die Maßnahmen halten. Klar, die Mehrheit befolgt die Einschränkung, aber paar nit und i will nit no länger darhoam bleiben. Zurzeit hoaßt es „ Einer für alle und Alle für Einen“, aber ok. Ganz ehrlich, i will wieder in die Schual. I lern alloane, weil i der Meinung bin, wenn man des selber macht, mehr hängen bleibt, aber i vermiss in Kontakt mit Freunden, die i nur in der Schule sehe aber auch den direkten Kontakt mit den Lehrpersonen.

Bitte, hat die Lockerung keine Konsequenzen für die, die sich an die Regelungen halten. I hoff, wir dürfen bald wieder unsere Omas, Opas und Freunde in die Arme schließen!

Tabea, 1 SK (KV Mag. Sonja Schwarz-Dum)

Von zu Hause aus zu arbeiten ist auf jeden Fall mal was ganz Anderes. Vor allem am Anfang hatte ich damit ein wenig Schwierigkeiten. Mittlerweile hat sich Home Office aber bei allen recht gut eingespielt. Meine Arbeitsaufträge mache ich hauptsächlich am Vormittag. Meistens arbeite ich am Computer und nutze viele verschiedene Plattformen zum Arbeiten. Mir ist aufgefallen, dass wenn ich erstmal angefangen habe, das Arbeiten wie von selbst geht.

Es ist nicht immer leicht sich an den Schreibtisch zu setzen und sich an die Arbeit zu machen, wenn man doch die Möglichkeit hätte, zehn Meter weiter ein Buch in der Sonne zu lesen. Bis jetzt habe ich mich aber noch nicht dazu verführen lassen. Auch das Selbstbeibringen ist nicht immer so einfach. Übungsbeispiele muss ich mir zum Beispiel öfters durchlesen bis ich sie verstanden habe. Wenn es selbst gar nicht geht, frage ich meine Eltern, die mir auch meistens weiterhelfen können. Im Notfall wende ich mich auch an die Lehrer.

Home Office ist zwar angenehm, weil ich so nicht ganz so früh aufstehen muss wie sonst, aber die Ablenkfaktoren sind 1000 mal höher. Da muss ich mich manchmal schon zusammenreißen. Auch das Arbeiten am Computer auf Dauer wird anstrengend, deswegen versuche ich so viel wie möglich nicht am Computer zu machen. Auch gut ist, dass ich mir die Stunden, die ich im Bus verbringe, spare und jetzt jeden Tag mit meiner Familie zusammen Mittagessen kann. Generell verbringe ich jetzt viel mehr Zeit mit meinen Schwestern und Eltern.

Was mir am meisten fehlt, sind meine MitschülerInnen. Zusammen lernen ist viel einfacher und vor allem lustiger, als allein im Raum zu sitzen und still seine Aufgaben zu erledigen.

Der Arbeitsaufwand ist in vielen Fächern gleich geblieben. Es kommt einem aber meistens viel mehr vor, da es ja nicht Hausübung sondern Stoff ist. Das Problem ist, glaube ich auch, dass die Lehrer oft nicht ausführlich genug beschreiben, was und wie viel sie eigentlich wollen. Also ob ich beispielsweise bei diesem Statement zwei Seiten oder fünf Sätze schreiben soll. Auch die Arbeiten sind jetzt ganz anders aufgebaut. Wir bekommen zu einem Thema sehr viel und nicht mehr zu jedem kleinen Unterthema ein wenig. Außerdem mache ich jetzt ein Fach an einem oder wenn der Arbeitsauftrag länger ist an zwei Tagen und nicht mehr auf eine ganze Woche verteilt.
Beispiel: Montag – Bw und Geo; Dienstag – Mathe und Nawi;…

Überarbeitet fühle ich mich nicht. Das liegt aber auch daran, dass ich regelmäßige Pausen mache, um etwas zu essen oder mal kurz Luft zu schnappen. Ich versuche mir außerdem die Arbeit so gut wie möglich einzuteilen.
Wie schon gesagt, Pausen sind sehr wichtig. Zwischendurch am Vormittag mache ich auch mal eine Viertelstunde Sport mit meiner Familie. Das hilft mir, den Kopf frei zu bekommen.

Mit der Isolation komme ich sehr gut zurecht. Ich vermisse zwar meine Freunde und den Rest der Familie, aber ich schätze auch die Zeit mit meinen Schwestern und meinen Eltern sehr. Wir spielen Brettspiele, sind draußen im Garten und backen und kochen zusammen. Ich versuche diese Zeit zu genießen, weil es diese Isolation und die damit verbundene Zeit mit der Familie nicht alle paar Jahre gibt.

 

Luca, ehemaliger Schüler

Ich befinde mich im letzten Semester meines Studiums in den USA und bin letzten Montag (07.04) schlussendlich doch zurück nach Österreich geflogen. Ich besuch(t)e ein kleines liberal arts college in Ashland, Virginia, und unser College wollte ursprünglich den "in-person" Unterricht ab April wieder fortführen, die Administration hat dann aber doch beschlossen, dass bis Ende des Semesters (24. Mai) der Unterricht nur mehr online stattfindet. Wir verwenden die nun berühmte Zoom App und haben ein paar Mal pro Woche online Treffen mit der gesamten Klasse und den Professor*innen. Die Meetings sind ganz okay, aber manche verstecken sich hinter ihren Bildschirmen und stellen sich stumm, was Diskussionen natürlich nicht ganz so produktiv macht. Wir haben in unserem Freundeskreis schon gescherzt, dass wir jungen Menschen jetzt irgendwie zu der neuen Generation Zoom gehören. Wer weiß, vielleicht sind wir ja die neuen baby boomers.

Die politische Situation in den USA ist nicht so leicht: da einer nationaler Lockdown wie in Österreich schwer umzusetzen ist, haben sich individuelle Bundesstaaten entschieden, Ausgangssperren (stay home orders) zu verhängen: in Virginia z. B. gelten diese Regulierungen bis 10. Juni, damit es mit unserer Abschlusszeremonie leider nichts mehr wird. Diese ist auf absehbare Zeit verschoben; uns wurde gesagt, dass Dezember (Ende des Herbstsemesters) eventuell möglich wäre. Ich konnte mich von wenigen meiner Freund*innen verabschieden, da wir ziemlich plötzlich den Campus unseres Colleges verlassen mussten, ich komme aber auf jeden Fall wieder zurück, sobald es wieder möglich und sicher ist zu reisen. Vor allem habe ich ja einige meiner Sachen drüben hinterlassen, und die sollte ich auch mal wieder holen. 

Da Virginia bis dato einer der weniger betroffenen Staaten ist, haben Leute den Virus und die strukturellen Gefahren, die er darstellt, lange nicht ernst genommen. Sogar noch in meinen letzten Tagen mussten Leute aus Parks beispielsweise verjagt werden, da sie sich immer noch im Freien versammelten. Einer meiner Hauptgründe, warum ich doch nach Hause gekommen bin, ist das Gesundheitssystem in den USA. Ich zahle einen anständigen Betrag und habe relativ gute Krankenversicherung, jedoch waren die wenigen Male, die ich von ihr Gebrauch machen musste, ein unerwartet teures Unterfangen. Ohne Versicherung, laut Angaben/Gerüchten, kostet allein das Testen für Covid-19 mehr als 1000 Dollar, was bei vielerlei Leuten natürlich zu Verunsicherungen führte. Denn auch mit Versicherung muss man sich in den USA fast immer darauf einstellen, Kostenbeiträge diverser Höhe zahlen zu müssen. So einfach wie bei uns funktioniert es drüben leider nicht. 

Die Einreise nach Österreich war größtenteils einwandfrei: man musste am Flug nach Wien Formulare ausfüllen--Angabe, wo man sich während der 14-tägigen Pflichtquarantäne aufhalten würde--und am Flughafen wurde Temperatur gemessen, das war es dann aber auch schon. Kommerzielle Flüge aus den USA gibt es noch, aber die Routen sind äußerst begrenzt, das heißt, dass man nur noch über  wenige Flughäfen nach Europa einreisen kann. Ich bin dann von Wien mit dem Zug heim, und verbringe die Tage mit online Unterricht bis teilweise in die späten Nachtstunden, lese & netflixe viel--wie die meisten anderen--und versuche so gut wie möglich optimistisch zu bleiben und mich, wie in den USA zuvor schon, an die vorgegebenen Maßnahmen zu halten. 

Dankbar bin ich vor allem für die Hilfeleistung des Roppener Bürgermeisters, Ingo Mayr. Er beriet meine Mutter persönlich mit etwaigen Anliegen und informierte sich für uns mitunter beim Außenministerium--vor allem in Zeiten einer solchen Krise schätze ich diese kompromisslose Unterstützung umso mehr.

Rückmeldung eines Vaters - Fragebogen 1SK (Mag. Sonja Schwarz-Dum)

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind gut mit der neuen Lernsituation zu Recht kommt?

  • Am Anfang war alles ein wenig chaotisch, aber inzwischen hat sich die gesamte Struktur verbessert.
  • Manchmal war mein Kind überfordert, weil die Lernplattformen überlastet waren und die Unsicherheit über Abgabetermine usw. war groß.
  • Einen geregelten Lernablauf zu Hause einzuführen war auch nicht leicht.

Haben Sie das Gefühl, dass es noch etwas braucht?

  • Wir (Eltern) sind beide berufstätig, deshalb ist nicht immer jemand zu Hause, da passiert es leider manchmal, dass meine Tochter den Faden für die Aufgaben verliert und sich mit anderen Dingen beschäftigt.

Arbeitet Ihr Kind regelmäßig an den Aufträgen? Sind Sie in diesem Kontext auch gefordert? 

  • Die Regelmäßigkeit hat sich mit einer gewissen Struktur verbessert. (fixe Zeiten und immer der gleiche Arbeitsplatz)

Was würden Sie mir gerne sagen?

  • Ich hoffe, dass wir bald wieder zu gewohnten Strukturen zurückkehren können. Wir versuchen jedoch die aktuelle Situation zu nutzen, um ein möglichst selbstständiges Arbeiten unserer Tochter zu erreichen. Der Erfolg liegt meiner Meinung nach bei den Schülern selber, wenn sie es schaffen, die Aufgaben in dieser „neuen Situation“ selbständig abzuarbeiten. Wir versuchen dies zu unterstützen.
  • Die angeführten Tipps * sind sehr gut, damit funktioniert´s.

 

* Tipps der Schulpsychologie:
http://www.schulpsychologie.at/psychologische-gesundheitsfoerderung/corona/informationen

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